Seit heute kann man sich Facebook unter new.facebook.com im neuen Design anschauen und dafür, dass ich doch wirklich viel im Vorfeld darüber gelesen habe, hat sich nicht besonders viel verändert, zumindest nicht auf der Startseite, denn dort sind es letztlich nur andere Proportionen der Spalten. Die Userprofile sind von nun an in 4 Tabs unterteilt, nämlich “Pinnwand”, “Infos”, “Photos” und “Felder” (zzgl. einer selbst bestimmbaren Anzahl zusätzlicher Applikationstabs) und das schafft gerade bei den vielen App-Installationen, die man so mit sich rumschleppt, weil man nichts mehr deinstalliert, endlich wieder Übersicht. Optisch fremdel ich noch ein wenig mit dem neuen Layout, aber das liegt weniger daran, dass es schlecht ist, als mehr daran, dass man das von Facebook (und natürlich auch von StudiVZ^^) seit Ewigkeiten in der alten Variante gewohnt ist. Die technischen Änderungen, die das Ganze für Applikationsentwickler mitbringt, mag ich jetzt nicht referieren, wen das im Detail interessiert, der schaut hier.
Gerade eben freue ich mich im Kommentar zur Maltes Artikel über die Facebook-Klage noch auf einen schönen, schmutzigen Prozeß, da lese ich bei Mike Schnoor, dass StudiVZ bereits eine Presseerklärung zu der nun wieder “angeblichen” Klage, die dem VZ nach eigenen Angaben noch nicht zugegangen ist, abgegeben hat. Zudem hat jetzt studiVZ auch Facebook verklagt, vorsorglich nämlich und vor dem Stuttgarter Landgericht, nämlich auf die Feststellung der Unzulässigkeit der erhobenen Vorwürfe. Der StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Rieke wird in der PM dazu folgendermaßen zitiert:
“Es gibt weltweit zahlreiche soziale Netzwerke. Facebook war nicht das erste und ist beileibe nicht das Einzige. Mit dem Versuch, studiVZ durch die Durchführung eines Prozesses ohne Erfolgsaussichten vor einem amerikanischen Gericht zu schädigen, erhebt Facebook im Prinzip den Anspruch auf ein weltweites Monopol bei sozialen Netzwerken. Dies ist vermessen und wird sich schnell entlarven. Wir sehen der Sache gelassen entgegen.”
…meiner Erfahrung nach bedeutet die Formlierung “gelassen entgegen sehen” in Pressemitteilungen dechiffriert in die wirkliche Gefühlslage immer: uns geht der Arsch auf Grundeis, denn wieso sonst sollte man schon die Unrichtigkeit der Behauptung einer Klageschrift gerichtlich feststellen lassen, die man nach eigenen Angaben noch nie gesehen hat?
Bei manchen Nachrichten fragt man sich ja nur noch: Warum erst jetzt?
Jedenfalls berichtet Heise, dass Facebook den deutschen Clone StudiVZ in Kalifornien verklagt. Design, Features und Dienste seien geistiges Eigentum von Facebook. Natürlich verfügt StudiVZ, nachdem er zu Holtzbrink gehört, über ein etwas grösseres Budget, aber wenn man mal tief in die Archive des Internets steigt und guckt, wie viel eigentlich kopiert wurde, dann wundert diese späte Entscheidung schon.
Aber Popcorn bereitlegen und kleine Wetten auf die Vergleichssumme könnte man ja schon mal machen, interessant könnte das schon werden.
Und wie üblich hat Herr Alfonso seine eigene Interpretation.
Und noch ein paar Anmerkungen: Die Meldung bei Techcrunch und eine sehr frühe StudiVZ Seite. Man beachte den Pfad der Fehlermeldungen. Das heisst aber erstmal nur, dass sie die HTML und CSS Beschreibungen mit “Hilfe” von Facebook erstellt haben könnten und sagt nichts über die eigentlich Servercodebase aus.
Gerade lese ich, dass MySpace sogar noch einen Schritt weiter geht mit den Gaming-Applikationen und diese im Gegensatz zu Facebook sogar aktiv fördern: Die haben nämlich gestern auf der ChinaJoy einen Wettbewerb ausgerufen, bei dem der siegreiche Produzent des “ultimativen” Games’ seinen Titel in den Gaming Channel von MySpace einstellen kann, der eigentlich vom Casual-Games-Distributor Oberon Media exklusiv betrieben wird. Wir lernen: “MySpace also is for gaming” und jetzt lass ich euch die nächsten Tage mit diesem Thema erstmal in Ruhe.
Da sag ich vorgestern noch, dass Social Games auf Facebook ganz groß im Kommen sind und heute sehe ich bei Inside Facebook eine Statistik der im Tagesdurchschnitt meistgenutzten Applikationen und welche Kategorie liegt mit großem Abstand in Führung? Klaro, die Rubrik Games mit ca. 220 verschiedenen Applikationen, die täglich von mindestens 5.000 Usern aktiv genutzt werden, wir lernen: Facebook is for gaming!
Hallo, ich bin Christoph, neu hier und werde zukünftig versuchen, etwas zum Erfolg dieses Blog beizutragen (mehr zu mir in meinem Blog) - womit wir beim Thema wären:
Bereits vorgestern wurde bekannt, dass Bezos Expeditions, die Beteiligungsgesellschaft des amazon-Gründers Jeff Bezos (vielen bekannt seit deren Beteiligung an twitter) sich an SGN (Social Gaming Network) beteiligt. SGN ist im Wesentlichen Produzent von sog. Social Games (u.a. Nervapplikationen wie FreeGifts), die basierend auf der Userstruktur von Facebook (inzwischen aber auch MySpace, Bebo und hi5) ein “Gamingerlebnis” mit Freunden ermöglichen und sich größter Beliebheit erfreuen (die Applikation des direkten SGN-Konkurrenten zynga “Texas HoldEm Poker” wird täglich von fast 700.000 Usern genutzt und wurde insgesamt fast 12 Mio. mal installiert). Die Kapitalisierung dieser Spiele ist dabei recht einfach, da sie weitestgehend kostenlos sind und bestimmte Bereiche nur per Micropayment zugänglich sind (Zitat eines Beteiligten: “It’s all funny money!”), so sind je nach einzelner Spielmechanik Umsätze pro registriertem (nicht notwendigerweise spielendem) User von wenigen Cent bis in den Bereich von $2 möglich und werden auch bereits erzielt.
Interessant ist das Investment besonders deshalb, weil SGN bereits im Mai stolze $15 Mio. an Finanzierung eingesammelt hat und es nun nach eigenen Angaben auf 50 Millionen Installationen ihrer Applikationen bringt. Insgesamt würde ich diesen Markt als enorm heiß und vielversprechend einschätzen, denn auch etablierte Gamesproduzenten (EA mit ihrem Scrabble ist da ein schönes Beispiel, weitere stehen aber bereits in den Startlöchern) werden zukünftig verstärke auf soziale Netzwerke als Vertriebsbasis für ihre Inhalte setzen.
Facebook No Longer The Second Largest Social Network berichtet Michael Arrington und zeigt die neuesten Zahlen von Comscore, nach denen sowohl MySpace als auch Facebook weltweit jetzt auf 115 mio Unique Visitors im Monat kommen. Im deutschen Markt sieht das ganz anders aus, dort ist MySpace nachwievor weit vor Facebook.
Vor einem Monat habe ich über das neue Newsfeedimportstreamdingens von Facebook geschrieben, was letztendlich die Ideen hinter Friendfeed.com aufgreift und es ermöglicht, dass man zu den Facebook-internen Aktivitäten und Inhalten nun auch externe Feeds einfliessen lässt.
Von mickrigen den 5 verschiedenen Import-Möglichkeiten ist man nun bei 12 verschiedenen Feeds angelangt, darunter Google-Reader, YouTube, last.fm, Pandora, hulu und auch ein generischer RSS-Feed. Von letzteren könnte man gerne ein paar anbieten, das würde sinnvoll sein.
So langsam wird das Feature recht interessant, da wird es spannend, ob die Filter ebenfalls angepasst werden, damit die Freunde nicht von importierten Feed-Inhalten überschwemmt werden.
Noch auf der Facebook Developer Garage hiess es, dass alles in Deutschland in wunderbarer Ordnung sei und man mit dem Wachstum zufrieden sei, weshalb weiterhin alles aus London gemanaged werden würde. Nun schreibt Holger Schmidt Facebook sucht Deutschland-Chef und sieht dicke Dollarscheine:
Das könnte der lukrativste Job im deutschen Internet sein: Facebook hat rund 500 Mitarbeiter, stellt sehr schnell ein und ködert viele Mitarbeiter mit Unternehmensanteilen. Sollte Microsoft irgendwann Facebook ganz übernehmen oder ein Börsengang anstehen, könnten die Mitarbeiter der Aufbauphase sehr schnell zu Millionären werden.
Da sind wir mal alle gespannt, wer das werden wird. An Spekulationen will ich mich nicht beteiligen, aber freue mich auf Anregungen in den Kommentaren…
Das neue Profil von Facebook sieht schon mal sehr ansehnlich aus und zeigt deutlich, wohin die Reise geht: Applications rücken in die Top-Navi, alles wird breiter, leichter und sieht weniger eingepfercht aus. Wir sehen wie Facebook so langsam sein Antlitz verändert und damit auch das Thema Social Network neu interpretieren wird.