Die Platform - die Apps
Im Mai 2007 hat Facebook mit viel Fanfarengetöse die Facebook Platform angekündigt, die in der Tat ein ziemlicher Meilenstein in der Entwicklung von Facebook und von Social Networks im Allgemeinen darstellt.
Facebook bietet Entwicklern die Möglichkeit, ihre eigenen Anwendungen (Applications, kurz: Apps) bei Facebook zu integrieren. Für den User ist der Ablauf sehr einfach gehalten. Man clickt auf eine Info-Seite der Anwendung, liest sich durch, worum es bei der Anwendung geht, und durch einen weiteren Click wird die Anwendung zum Profil des Users hinzugefügt, wobei der User selber noch festlegen kann, was die Anwendung von seinen Profildaten nutzen darf. Von nun an kann der User auf der linken Seite unter Applications jederzeit seine Anwendungen wiederfinden und auf Knopfdruck diese nutzen. Innerhalb der Apps bestehen dann auch die Freundschafts-Verknüpfungen, vor allem aber tauchen in den News Feeds Aktionen von Freunden innerhalb dieser Apps auf. Viele Apps finden dann auch einen permanenten Platz im Profil des Users und fordern nach einem Click wiederum den Besucher des Profils auf, sich die App zu installieren, da vorher die Inhalte nicht angesehen werden können. Damit ist klar, wie sich die meisten Applikationen verbreiten: über die User selber. Unterstützt wird dies dadurch, dass jeder User einer Applikation immer wieder aufgefordert wird, seine Freunde direkt zu dieser Applikation einzuladen. Die Platform-Tour bei Facebook illustriert dies sehr anschaulich.
Bislang gibt es ein paar tausend Apps für Facebook, die Tendenz ist auch hier stark ansteigend. Im Application Directory findet man alle Apps, sortiert in einige Kategorien. Viele Anwendungen sind sicherlich eher nutzlos, viele dafür spassig, einige dafür aber sehr hilfreich, weil sie fehlende, oder nur rudimentär implementierte, Funktionen Facebooks liefern. Da bislang die Facebook Platform noch recht jung ist, wird es sicherlich noch eine Weile dauern, bis wirklich umfangreiche Apps innerhalb von Facebook laufen. Die Eintrittsbarriere für neue Apps ist allerdings sehr niedrig und über die Viralität von Facebook ist durchaus ein gutes Wachstum möglich. Bis vor kurzem zählte allein die Anzahl der User bei der Bewertung einer Application, mittlerweile ist Facebook dazu übergegangen, die absolute Zahl der User nicht mehr zu kommunizieren, sondern hat sich darauf beschränkt, die Daily Active User (DAU) zu kommunizieren, mit einer Prozentangabe in Bezug auf die Gesamtzahl der User. Dies hat dazu geführt, dass Applikationen sich Gedanken machen müssen, wie sie die User nach dem initialen Hinzufügen noch zum regelmässigen Wiederkommen animieren können.
Die Facebook Platform und die Apps sind eine geniale Idee. User können sich immer wieder mit neuen Features austoben und Facebook selber bleibt ein attraktives Social Network, ohne dass permanent neue Sachen entwickelt werden müssen, die die User bei der Stange halten. Aufgrund der Platform entstehen viele verschiedene Anwendungen, die teilweise nur für eine sehr kleine Anzahl von Usern innerhalb von Facebook konzipiert wurden, wofür sich sonst nie die Entwicklung gelohnt hätte. Von den eher lustigen, aber nutzlosen Anwendungen bewegen sich die Apps langsam hin zu Anwendungen aus dem Office-Bereich.